Ein Abend mit Autorin Astrid Korten

© Lisa Brammertz
Am Freitag habe ich einen wundervollen Abend mit der bekannten Autorin Astrid Korten im Bonner Hof in Essen Kettwig verbracht. Wir haben königlich geschlemmt, über Bücher und das Leben geplaudert und eine Menge Spaß gehabt. Was genau wir erlebt haben? Das möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten.

© Lisa Brammertz
Von außen ist der Bonner Hof eher unscheinbar. Ein unauffälliges, aber gemütlich wirkendes kleines Häuschen direkt gegenüber von der Stadtbibliothek - ein gutes Zeichen. Ich war sehr gespannt was mich erwarten würde, denn Astrid hatte mir bereits gesagt, dass der Bonner Hof ein absoluter Geheimtipp sei. 
Zunächst musste ich durch einen schmalen Gang gehen, vorbei an einer kleinen Küche und schon stand ich im Eingangsbereich des Restaurants. Ich kam mir ein wenig so vor, als wäre ich in der Tasche von Mary Poppins gelandet, oder als hätte Hermine ihren Ausdehnungszauber angewandt. Der Laden ist viel größer als man von außen vermuten würde und es gibt sogar einen tollen Außenbereich, den wir aber wegen des Regens nicht nutzen konnten.

Astrid wartete schon auf mich, wir hatten einen Tisch in der Ecke direkt neben einem Kamin. Wir haben uns auf Anhieb in ein Gespräch vertieft und haben darüber glatt vergessen in die Karte zu schauen, dabei erwarteten uns eine Vielzahl an Köstlichkeiten.
Der Bonner Hof zeichnet sich vor allem durch seine mallorquinisch kanarischen Spezialitäten aus, hält aber auch einiges für Gäste bereit die keinen Fisch mögen, so wie mich.

© Lisa Brammertz
Begonnen haben wir mit einer Vorspeise vor der Vorspeise, die ihr auf dem Eingangsbild sehen könnt. Liebevoll und thematisch passend angerichtet bekamen wir selbstgebackene Brötchen mit dreierlei Dips und eine Art warme Sellerie Suppe mit Schaumhaube in einem kleinen Glas dazu gereicht. Danach kam die eigentliche Vorspeise - Garnelen und Bauernbrot mit Knoblauch-Tomatenmus. Mmmmhh.... Lecker. Vermutlich waren Astrid und ich die einzigen, die für jeden Gang eine gefühlte Ewigkeit gebraucht haben, denn wir haben so viel geredet über Gott und die Welt. Natürlich haben wir auch über Astrids Bücher gesprochen, vor einer Weile habe ich Euch schon ihren Thriller "Zeilengötter: Bis dass der Tod uns scheidet" vorgestellt. Wir haben aber auch über unsere Lieblingsautoren gesprochen, über Buchmessen, den Schreibprozess, die Recherche und über das Leben allgemein.

Ursula Matzge-Stüllgens und Astrid Korten
© Lisa Brammertz
Doch nicht nur der Bonner Hof ist eine Berühmtheit, sondern auch die liebe Astrid. Die Inhaberin des Lokals, Frau Matzge-Stüllgens, ist ein großer Fan ihrer Thriller und hat sie bereits alle gelesen - bis auf eines. "Wo ist Jay?" erschien im Mai 2017 und erzählt die spannende Geschichte über eine Frau die plötzlich spurlos verschwindet und die niemand zu vermissen scheint, außer ihrer Freundin Mia die sich auf die Suche begibt.
Glücklicher Weise hatte Astrid ein Exemplar mitgebracht und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Frau Matzge-Stüllgens danach nicht mehr gesehen habe und wenn doch, dann nur mit dem Buch in der Hand...
Doch auch eine der netten Kellnerinnen kam zu uns an den Tisch, denn sie hatte die Autorin ebenfalls erkannt und natürlich hat Astrid sich die Zeit genommen kurz mit ihr zu plaudern. So ist das, wenn man mit einer bekannten Persönlichkeit an einem Tisch sitzt! 

© Lisa Brammertz
Nachdem wir also eine Weile mit unserer sehr herzlichen und aufgeschlossenen Gastgeberin geplaudert hatten, bekamen wir unsere Hauptspeise. Irischer Lachs und Pasta mit Pfifferlingen - nochmal mmmhhh.... Vermutlich läuft Euch gerade genauso das Wasser im Munde zusammen wie mir. Das Essen war wirklich köstlich, anders kann man es gar nicht sagen. Das gemütliche Ambiente hat dazu sein übriges getan und Astrid und ich haben uns einfach rundum wohlgefühlt. Die leckere Nachspeise und der Cappuccino haben unser Festmahl dann noch abgerundet und wir waren einfach glücklich und zufrieden. Und satt.

© Lisa Brammertz
Astrid hat mir eine Menge über ihr Leben als Autorin geschildert. Besonders beeindruckt bin ich nach wie vor von den intensiven Recherchen die sie betreibt, von denen ich das erste Mal im Interview bei Skoutz erfahren habe, welches ich vor einiger Zeit im Rahmen des Skoutz-Award mit ihr geführt habe.
Astrid ist seit jeher fasziniert vom Bösen, ebenso wie ich und in ihren Büchern möchte sie dem Leser ein einzigartiges Leseerlebnis bieten. Dazu gehört für sie auch die punktgenaue Recherche. Dazu liest sie nicht nur Fachliteratur, sondern interviewt tatsächlich Mitarbeiter der Polizei, Psychiater, Gerichtsmediziner und auch Straftäter. "Zeilengötter" beispielsweise beruht auf einer wahren Begebenheit, was dem Buch einen zusätzlichen Gänsehautfaktor verleiht. Dass sie dazu auch Gerichtsakten durchforstet finde ich als großer Thriller Fan ziemlich spannend. Natürlich durfte Astrid mir aber keine Details verraten. Trotzdem hat sie mir erzählt wie ihr Gefühl war, als sie beispielsweise einen Insassen aus der forensischen Psychiatrie interviewt hat. "Das Böse hat ein ganz alltägliches Gesicht", sagt Astrid Korten. "Es sieht aus wie Du und Ich, doch es gibt diesen einen Moment, indem sich der Blick verändert. Das kann man kaum beschreiben, das muss man gesehen haben." Aus ihrer Sicht kann man das Böse nur dann genau vermitteln, wenn man es selbst gesehen hat und ich glaube ihr.

© Astrid Korten
Doch auch wenn wir viel über das Böse und seine Manifestationen gesprochen haben, so haben wir auch eine Menge gelacht. Astrid ist einfach ein sehr herzlicher und lustiger Mensch, mit dem man wunderbar reden und lachen kann. Sie weiß viel zu erzählen, hat eine Menge erlebt, ist aufmerksam und ebenso interessiert an ihren Mitmenschen und ihren Geschichten.
Im Grunde kann ich nur eines sagen: der Abend war ein voller Erfolg, wir hatten viel Spaß und ich denke, dass wir noch viele weitere gemeinsame Stunden verbringen werden. Als Buchliebhaber gehen einem ja auch niemals die Themen aus und wenn man dann noch einen ähnlichen Geschmack hat, kann es kaum noch besser sein. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass Bücher Menschen verbinden, die sich sonst vielleicht niemals begegnet wären.

Kommentare

  1. Das Essen war wohl hervorragend und alles andere auch! Weiter so!!!!!

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